Institut für Amerikanistik
(Departement of American Studies)
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Attemsgasse 25
A-8010 Graz
Tel: +43 316 380-2465
Fax: +43 316 380 -9768
Leitung:
Ao. Univ.-Prof. Mag. Dr. Walter Hölbling

Tel: +43 316 380-2467
Sekretariat: Sonja Hanauer
Tel: +43 316 380-2465
Fax: +43 316 380 -9768
E-mail: amerikanistik@gewi.kfunigraz.ac.at
Homepage: http://www-gewi.kfunigraz.ac.at/amst/
Studienrichtungsnavigator
Institutsgeschichte
Das 1972 eingerichtete Grazer Institut für Amerikanistik war das erste in Österreich, das sich auf breiter interdisziplinärer Basis in Forschung und Lehre der Gesellschaft und der Kultur der USA widmete. Jürgen Peper, Literatur- und Kulturwissenschafter vom angesehenen John-F. Kennedy-Institut der Freien Universität Berlin, leitete als erster Lehrstuhlinhaber den Aufbau des Instituts und sicherte unter anderem der Amerikanistik einen bleibenden Platz im Studienplan. Nach seiner Emeritierung folgte ihm 1992 Arno Heller nach (seit kurzem im Ruhestand), unter dessen Leitung neue Akzente in den Bereichen Populärkultur, Film und Neue Medien gesetzt, mit dem Aufbau einer USA Mediathek begonnen und die Kulturwissenschaften als tragender Teil von Lehre und Forschung verankert wurden.
Die Institutsentwicklung der letzten dreissig Jahre gestaltete sich insgesamt sehr dynamisch; 1972 waren drei MitarbeiterInnen und eine halbtagsbeschäftigte Sekretärin in drei angemieteten Räumen in der Zinzendorfgasse untergebracht und mit einer Bibliothek von etwa 900 Werken ausgestattet. Nach dreimaliger Übersiedlung besitzt das Institut seit 1995 in der Attemsgasse ausreichende Räumlichkeiten. Fünf wissenschaftliche MitarbeiterInnen und eine ganztags- und eine halbtagsbeschäftigte Sekretärin betreuen die derzeit rund 1.250 Studierenden der Studienrichtung "Anglistik und Amerikanistik", von denen pro Semester etwa 500 die amerikanistischen Lehrveranstaltungen besuchen. Ihnen stehen über 26.000 Bücher, 6.000 ältere Titel auf Mikrofilm, 50 Zeitschriften und 1.700 Bild- und Tonträger zum Thema USA zur Verfügung. Von den derzeit rund 90 Studienabschlüssen pro Jahr (Diplom bzw. Doktorat) weisen ca. 30% einen amerikanistischen Schwerpunkt auf.
Mit zahlreichen Publikationen, regelmässigen Teilnahmen an Fachtagungen im In- und Ausland, sowie mit engagierten wissenschaftsorganisatorischen Initiativen haben die MitarbeiterInnen des Instituts den Leistungen der Grazer Amerikanistik innerhalb der Universität wie auch auf nationaler und internationaler Ebene Beachtung verschafft.
Studium
Das Studium "Anglistik und Amerikanistik" kann in zwei Formen betrieben werden: Lehramtsstudium oder Diplomstudium. Beide Studienzweige werden in Zusammenarbeit mit dem Institut für Anglistik angeboten. Im Zweiten Studienabschnitt ist in den Teilbereichen Literaturwissenschaft und Kulturwissenschaft eine Schwerpunktbildung auf anglistische bzw. amerikanistische Themen möglich.
Studierende haben die Möglichkeit, mit einem der zahlreichen von Institutmitgliedern angebahnten und koordinierten Austauschprogrammen an U. S.-amerikanischen Universitäten ("Joint-Study") oder europäischen Universitäten (ERASMUS Programm der EU) anrechenbare Auslandsstudien zu betreiben.
Qualifikationsprofil
Das Studium "Anglistik und Amerikanistik" erfüllt seinen Bildungsauftrag durch die wissenschaftliche Erschließung der Sprache(n) und Kulturen englischsprachiger Länder, besonders Großbritanniens und Irlands sowie der USA im Rahmen einer allgemeinen geistes- und kulturwissenschaftlichen Kompetenzvermittlung. Es dient der Berufsvorbildung, d. h. die Lehre innerhalb des Faches hat die grundlegenden wissenschaftlichen Kenntnisse und Methoden zu vermitteln, die für die beruflichen Tätigkeiten der Absolventen und Absolventinnen erforderlich sind. Sie dient überdies dem Transfer neuer wissenschaftlicher Erkenntnisse in die Arbeitswelt.
Der Studienplan für die Studienrichtung Anglistik und Amerikanistik geht dabei von folgenden Bildungs- und Studienzielen aus:
Allgemeine und fächerübergreifende Bildungsziele: Fähigkeit zur problembewussten, offenen und kritischen Auseinandersetzung mit der gesellschaftlichen und kulturellen Lebenswelt der Gegenwart; Kompetenz im Bereich textuellen und medialen Verstehens; Kenntnis und Verständnis der Kultur (besonders der Sprache, Literatur und Geistesgeschichte) früherer Epochen als Basis der, aber auch Alternative zur Gegenwartskultur (historische Kompetenz); Fähigkeiten und Kenntnisse in bezug auf den Umgang mit anderen Kulturen (interkulturelle Kompetenz); Fähigkeit zur kompetenten mündlichen, schriftlichen und medialen Produktion von Texten, auch unter Einbeziehung einschlägiger EDV-Kenntnisse; Fähigkeit zum selbstständigen Anfertigen wissenschaftlicher Arbeiten; Fähigkeit, sich flexibel auf verschiedene Berufsanforderungen einzustellen (im Bereich von Wirtschaft, Kultur, Medien, Unterricht etc.).
Studienziele:
1. Beherrschung der englischen Sprache
Ziele des sprachpraktischen Unterrichts: differenziertes Sprachhandeln (d. h. die Fähigkeit, die Sprache in einer Vielzahl von Situationen und in bezug auf eine Vielfalt von Themen sicher und richtig einzusetzen); fortgeschrittenes Sprachbewusstein (d. h. die Studierenden sollen ihre sprachliche Kompetenz selbstständig erweitern und dabei auch aktuelle Sprachwandlungsprozesse berücksichtigen können); Anforderungen eines künftigen Berufsprofils werden vor allem im 2. Studienabschnitt berücksichtigt (z. B. durch fachsprachliche Lehrveranstaltungen für Studierende mit Wirtschafts-, Medien- und anderen Schwerpunkten).
2. Sprachwissenschaft
Die sprachwissenschaftliche Ausbildung hat ein vertieftes Verständnis der Struktur und Entwicklung der englischen Sprache zum Ziel. Sprachwissenschaft wird sowohl theorie- als auch anwendungsorientiert verstanden und berücksichtigt darüber hinaus kulturwissenschaftliche Aspekte des englischen Sprachraums. Im einzelnen werden folgende Studienziele angestrebt: Grundkenntnisse der Geschichte der englischen Sprache sowie Kenntnisse der nationalen, regionalen, schichtenspezifischen und funktionalen Varianten des Englischen; Grundkenntnisse und in Teilgebieten erweiterte Kenntnis der englischen Phonologie, Morphologie, Syntax, Semantik, Pragmatik, Textlinguistik und Psycholinguistik; Kenntnis der wichtigsten Methoden der sprachwissenschaftlichen Analyse und Fähigkeit zur Anwendung auf Gebieten wie den folgenden: Erst- und Fremdsprachenerwerb, Sprachvermittlung sowie Sprachverwendung z. B. in literarischen und politischen Texten und in den Medien. Neben den sprachwissenschaftlichen Themen im engeren Sinn sollen auch andere sprach- und kulturwissenschaftlich relevante Gebiete berücksichtigt werden, insbesondere im Hinblick auf Anforderungsprofile im Berufsleben. Dazu gehören u. a. Fachsprachenkommunikation und Betriebskommunikation; (Fremd-)Sprachenprogramme (für Schulen, Fachhochschulen, Institutionen der Erwachsenenbildung und solche mit bilingualem Unterricht), Sprachstandserhebungen, sowie die Evaluation von Englischunterricht; Interkulturelle Kommunikation, Konfliktmanagement, Kommunikation und neue Medien, sowie weitere angewandte Bereiche, in denen eine Wechselwirkung zwischen Sprache und Welt stattfindet.
3. Literaturwissenschaft (unter Einschluss der Medienkunde)
Die literaturwissenschaftliche Ausbildung befasst sich mit Texten aus dem gesamten englischen Sprachraum, vorwiegend mit britischer und amerikanischer Literatur, aber auch mit anderen Literaturen in englischer Sprache, unter Berücksichtigung der Landes- und Kulturkunde der betreffenden Länder. Folgende Studienziele stehen im Mittelpunkt:
  • Das Erlernen des selbstständigen Umgangs mit englischsprachigen literarischen Texten, deren Lektüre, Analyse und Interpretation. Über die sprachliche Erschließung hinaus müssen vor allem Techniken literaturwissenschaftlichen Arbeitens sowie Grundkenntnisse der Textanalyse (Poetik, Rhetorik, Stilistik, literaturtheoretische Terminologie, Gattungsfragen mit ihren technischen Aspekten) und die Fähigkeit der Einbettung literarischer Texte in entsprechende kulturhistorische Kontexte erworben werden.
  • Entwicklung der Fähigkeit zur kritischen Anwendung verschiedener Methoden literaturwissenschaftlicher Interpretation. Dazu gehört vor allem die Kenntnis der wichtigsten Literaturtheorien und die Auseinandersetzung mit ihren Grundproblemen.
  • Überblick über die Geschichte der englischsprachigen (besonders der britischen und US- amerikanischen) Literatur in ihren verschiedenen Gattungen von den Anfängen bis zur Gegenwart. Die Beschäftigung mit einzelnen Texten und AutorInnen findet ihre notwendige Ergänzung in deren Systematisierung nach thematisch-inhaltlichen, formalen und historischen Gesichtspunkten. Darüber hinaus soll dieses literarische Wissen durch die Wahl von Schwerpunktgebieten vertieft werden.
  • Neben dem literarischen Kanon im engeren Sinn sollen - vor allem im Hinblick auf Anforderungen im Berufsleben - auch andere kulturwissenschaftlich relevante Textarten und Medien (z. B. Jugendliteratur, Gebrauchsliteratur, Bereiche der populären Kultur, Film) berücksichtigt werden. Dabei ist auf die inhaltliche und methodische Reflexion der Wechselwirkungen zwischen diesen Textarten und der Gesamtkultur einerseits sowie zwischen Literatur und den anderen Medien andererseits Bedacht zu nehmen.
4. Kulturwissenschaft
Aufgabe der kulturwissenschaftlichen Ausbildung ist es, die wesentlichen Lebensbedingungen, kulturellen und gesellschaftlichen Erscheinungen, Institutionen und historischen Entwicklungen des United Kingdom und der USA unter Berücksichtigung der übrigen englischsprachigen Länder zu vermitteln. Dabei geht es nur in einem beschränkten Ausmaß um eine 'Realienkunde', da für diese vor allem das Selbststudium von Bedeutung ist. Die kulturwissenschaftlichen Grundkurse schaffen die Voraussetzung für ein solches Selbststudium und legen ein besonderes Augenmerk auf die Methodik kulturwissenschaftlichen Arbeitens. Darüber hinaus widmen sie sich vorwiegend dem Erkennen, der Analyse und der Evaluation der Zielkultur(en) unter Mitreflexion der eigenen kulturellen Ausgangssituation. Die Auseinandersetzung mit Grundproblemen und Aspekten der Kulturtheorie ist ein weiterer Teil der kulturwissenschaftlichen Einführungsphase.
Ausgehend von der Kenntnis, dass die Lebenswelt eines Landes hauptsächlich in Form von Vertextungen aller Art konstituiert und rezipiert wird, ist eine der Hauptaufgaben der Kulturwissenschaft, insbesondere im 2. Studienabschnitt, Studierende in die Lage zu versetzen, 'cultural narratives' (auch mediale) zu verstehen und zu interpretieren. Das angestrebte übergreifende Studienziel ist eine über bloßes Faktenwissen hinausgehende kulturwissenschaftliche und interkulturelle Kompetenz.
Kulturwissenschaft ist ein das ganze Studium begleitendes Fachgebiet, das auch in die Teilfächer Literatur- und Sprachwissenschaft sowie Sprachausbildung integriert ist. Die vielfältigen und komplexen Wechselbeziehungen zwischen Sprache/Literatur und allgemein kulturellen, historischen und gesellschaftlichen Phänomenen in den Zielsprachenländern und deren methodisch vertiefte Erörterung stehen dabei im Mittelpunkt.
Kompetenzen der AbsolventInnen
Die Absolventen der Studienrichtung "Anglistik und Amerikanistik" beherrschen die englische Sprache und verfügen im Schwerpunkt "Amerikanistik" über fundiertes Sachwissen zur U.S.-amerikanischen Gesellschaft und Kultur. Sie sind kompetent im Umgang mit anderen Kulturen und haben die Fähigkeit zum genauen, kritischen Umgang mit Texten aller Art (Print-Texte, Bild-Texte, Film-Texte etc.) sowie die Fähigkeit zur systematische Problemanalyse und -lösung. Darüber hinaus verfügen sie über Basiskenntnisse in den Medienwissenschaften.
Forschungsschwerpunkte des Instituts
Inhaltlich setzt das Institut in Forschung und Lehre seine Schwerpunkte in den Bereichen amerikanische Literatur und Kultur(theorien), Film und Neue Medien, Gender Studies, Science Fiction und The U. S. South. Hauptgebiete von Forschung und Lehre sind: American literature (especially 20th-century novel, Romanticism, Realism, women's, literature, comparative aspects), American culture and society, study of stereotypes (imagology), popular culture (features, documentary film and other media), literature and film, women's studies, cultural and intercultural studies, literary and cultural links between Central Europe and the U.S., theory and practice of intercultural exchange, science fiction, literary theory, especially postmodern theory, regional and ethnic literatures (Afro-American, Native American, Hispanic American, the South), methodology of American Studies, didactics of American Studies.
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