Vorauer Novelle

alemannisches Dichtungs-Fragment (649 Verse) des frühen 13. Jhs., höchstes literarisches Niveau, nur im steir. Kloster Vorau überliefert (eine der möglichen Quellen befindet sich im Stift Rein: die lat. "Reuner Relationen"); handelt vom Schicksal zweier 'ausgebrochener' Kloster-Zöglinge, die über Schwarze Magie mit dem Teufel Bekanntschaft machen; Dichtung als Warnung vor Überschreitung der vorgezeichneten Erlebnis- und Erkenntnisgrenzen des Menschen (Faust-ähnliche Thematik!): dahinter zirkulärer Erkenntnisbegriff des Mittelalters erkennbar, der (auch wiss.) Welterfahrung nur als Bestätigung einer biblisch vorgezeichneten Gotteserfahrung bzw. Heilswahrheit zulässt (vgl. TS 96f.)

Vorauer Novelle aus dem Cod. Vor 412: fol. 81v, fol. 82r, fol. 82v, fol. 83r, fol. 83v, fol. 84r