Oswald von Wolkenstein
 
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Das vorliegende vielfältige Urkunden- und Aktenmaterial betreffend eine nichtfürstliche Person des Spätmittelalters ist für zahlreiche Wissenschaftszweige von Interesse. Dabei werden sich Vertreter historisch orientierter Fächer mehr für die Inhalte, die Philologen dagegen mehr für den Sprachstand interessieren.

Um derart unterschiedlichen Erwartungen gerecht zu werden, galt es, für den Abdruck der Stücke eine neue, interdisziplinär akzeptable Methode zu kreieren. Von einer Urkundenedition aus germanistischer Hand wird heute erwartet, dass sie eine variantenreiche Sprache in einer Weise dokumentiert, die Einblicke in graphematische und morphologische Phänomene, syntaktische und kontextuelle Gewohnheiten sowie regional oder zeitlich bedingte Eigenheiten erlaubt und die der semantischen Aufschließung der Wörter dienlich ist. Eine regional, zeitlich und sachlich zusammenhängende Textsammlung wie die unsere dokumentiert außerdem besonders anschaulich einen Sprachzustand und bestimmte Sprachentwicklungen, die als Fixpunkte in die Sprachgeschichte eingeschrieben werden können.

Mit Rücksicht auf diesen Erwartungshorizont haben wir unsere Editionsprinzipien festgelegt. Eine grundsätzlich normalisierende Textwiedergabe – wie sowohl in den historischen als auch in den philologischen Disziplinen teilweise noch immer üblich - kam nach dem vorher Gesagten nicht in Frage. Wir haben ein Verfahren entwickelt, das wir als historisch-diplomatische Edition bezeichnen möchten. Dabei steht ‚historisch‘ für die angestrebte Aufrechterhaltung der historischen Authentizität der Vorlage, mit ‚diplomatisch‘ soll in unserem Zusammenhang zum Ausdruck gebracht werden, dass unsere Textwiedergabe vom Status der Vorlage ‚urkundlich‘ – d.h. in einem dokumentierenden Sinne – Zeugnis zu geben versucht.

Dem/der Historiker/in soll eine Ausgabe in die Hand gegeben werden, die ihm/ihr den gewohnten Apparat von wissenschaftlich bearbeiteten Urkundenbüchern bietet, der/die Philologe/Philologin soll sich darauf verlassen können, dass der dargebotene graphematische Befund der vorgefundenen handschriftlichen Fixierung entspricht.

Das Ergebnis der Bearbeitung unseres Materials nach dieser historisch-diplomatischen Methode ist eine Serie von Einzelstücken, chronologisch gereiht, durchnummeriert, so weit wie möglich datiert und lokalisiert, mit einem Kopfregest versehen, in Bezug auf Form, Erhaltungszustand, Überlieferungsgeschichte und Beglaubigungsinstrument beschrieben, kommentiert sowie vorlagengetreu transkribiert. Damit erfüllen wir das Anforderungsprofil einer inhaltlich personenbezogenen, methodisch interdisziplinären Edition.



Inter- disziplinarität





Methode









historisch- diplomatische Edition






Historiker/ Philologe




Das Ergebnis

Institut für Germanistik | Universität Graz | GewiLab | BetreuerIn, aktualisiert am 08.11.2004