Ästhetik der Moderne – Moderne Ästhetik

Bericht über den 6. Workshop des SFB Moderne in Brno (Oktober 1999)


Der 6. Workshop des Spezialforschungsbereichs fand im Oktober 1999 in Brno/Brünn statt und war dem komplexen Thema Ästhetik gewidmet. Der Arbeitskreis Ästhetik, der für das wissenschaftliche Programm verantwortlich zeichnete, formulierte mehrere Zielvorstellungen: Das Schlagwort von der Wiener Moderne als "ästhetischer Moderne" sollte beleuchtet, der Zusammenhang zwischen postmoderner Theoriebildung und der Untersuchung ästhetischer Phänomene in Zentraleuropa um 1900 evident gemacht und das Verhältnis von Moderne und Postmoderne ebenso wie die interdisziplinären Implikationen der Themenstellung diskutiert werden. Drei Themenschwerpunkte wurden in mehreren Impulsreferaten sowie in drei Arbeitsgruppen erörtert:


Daß nicht nur die kunstwissenschaftlichen, sondern auch die sozialwissenschaftlichen und historischen Disziplinen von Fragestellungen der Ästhetik betroffen sind, stellte eine Grundannahme der Debatte dar, obwohl sich im Verlauf der Tagung die je unterschiedlichen Zugänge in der Auseinandersetzung mit ästhetischen Phänomenen und ihrer Erforschung zeigen sollten.


Identität und Ästhetik


Hildegard Kernmayer (Germanistik) stellte mit ihrem Beitrag Identität und Aisthesis. Literarästhetische Transformationen veränderter Fremd- und Selbstwahrnehmung in der Wiener Moderne ein Projekt vor, das die Österreichische Moderne unter Berücksichtigung der Vielfalt ästhetischer Entwicklungstendenzen und Stilrichtungen beleuchtet.
Ausgehend von der These, daß die Wiener Moderne als eine Form der Vorwegnahme der ästhetisierten Postmoderne angesehen werden kann, zielt eine daraus folgende Vorstellung auf die Verknüpfung jener Erkenntnisse, die sich aus der Analyse ästhetischer Entwürfe der Jahrhundertwende ergeben, mit aktuellen, aus einem erweiterten Ästhetikmodell resultierenden Fragestellungen. Im Wesentlichen an Wolfgang Welschs theoretische Überlegungen anknüpfend, legte Kernmayer dar, wie die Ästhetik in der Moderne allmählich den Übergang von einer philosophischen zu einer kulturwissenschaftlichen Disziplin vollzieht. Unter Ästhetik wird demzufolge ein komplexes, um kulturanthroplogische, natur- und körperbezogene sowie technologische und mediale Aspekte erweitertes System von Reflexionen auf Kunst verstanden. Daraus ergeben sich Fragestellungen, deren Beantwortung das bisher gewonnene Bild von der Literatur der Wiener Moderne komplettieren soll. Die Reaktionsweisen von Kunst auf Wahrnehmungstransformationen, die sich in einer veränderten "Verarbeitung" resp. "Inszenierung" des Wahrgenommenen zeigen, sollen ebenso erörtert werden wie mögliche Legitimationsstrategien von Kunst in einer sich als zunehmend dissoziiert erfahrenden Gesellschaft. Konkret bezog sich Kernmayer u. a. auf die enge Verknüpfung der Identitätskrisen der Moderne mit ästhetischen Äußerungen der Zeit. Radikale Entfremdungsszenarien und Destabilisierungserfahrungen seien in literarischen, musikalischen oder bildlichen Texten um die Jahrhundertwende formalästhetisch transformiert (und thematisiert) worden, bevor sie in theoretischen Schriften formuliert werden konnten. Der selbstreflexive Gestus literarischer Texte habe wiederum einen Zweifel an der Substantialität von Sprache ins Spiel gebracht, der geradezu als Signum für die Moderne angesehen werden könne. Die Veränderungen in der Wirklichkeitswahrnehmung hätten darüber hinaus Auswirkungen auf die Konzepte von Selbst- und Fremdwahrnehmung sowie in Wechselwirkung auf die Gestaltung lebensweltlicher Zusammenhänge gehabt.


Steinerne Zeichen


Die Frage nach ästhetischer Differenzierung und in der Folge nach Kanonisierung bzw. Löschung von Zeichen und Zeichensystemen wurde von Peter Stachel (Österreichische Geschichte) in einem Referat über Die Großstadt als Text angesprochen. Ausgehend von den bekannten historischen Äußerungen Georg Simmels (Die Großstädte und das Geistesleben) und Walter Benjamins (Das Passagen-Werk), stellte Stachel die Stadt als paradigmatischen Ort der Moderne mit seinen steinernen oder symbolischen Zeichen als (flexibles) semiotisches Beziehungssystem vor. Theoretisch legte Stachel einen v. a. durch Roman Jakobson und Jurij M. Lotman entwickelten Textbegriff zugrunde, der es erlaubt, die Stadt als Ausdruck architektonischer Zeichensetzung zu lesen und in der Folge zu deuten. Der Prozeß der Codierung und der Decodierung dieser Zeichen, denen mitunter auch starker Symbolgehalt zukommt (z. B. religiöse Bauten, Repräsentationsbauten, Banken, Denkmäler), erweise sich durch die akzelerierte Entwicklung in Technik, Politik und Erwerbsleben als extrem zeitabhängig. Arbitrarität und Plurifunktionalität spielten deshalb eine große Rolle hinsichtlich der Möglichkeiten von Bedeutungsübertragung in andere Zeichensysteme.
Nach Karlheinz Stierle präsentiert sich die Stadt als Raum, in dem keine materielle Sphäre "unsemiotisch" bleibe bzw. bleiben könne. Geschichtlichkeit wird in diesem Raum als materielle Kopräsenz des Ungleichzeitigen erfahren. Als eine Art "Hypertext" wachse der städtische Raum beständig, wobei eine Zunahme der Zeichensetzung andrerseits begleitet werde von unaufhaltsamen Bedeutungsverlusten bzw. -verschiebungen.
Als konkrete Beispiele erwähnte Stachel u. a. den Eiffelturm, der als einzelnes Bauwerk für eine ganze Stadt stehe, oder den Wiener Heldenplatz als historischen Gedächtnisraum. Verschiedene Lesarten würden durch mediale Zuordnungen geprägt, z. B. durch Reiseführer, aber auch durch Schriftsteller, die literarische Topographien entwerfen. In der Diskussion wurde u. a. die Frage nach der Kompetenz derjenigen gestellt, denen die Macht der Zeichensetzung im städtischen Raum anheimgestellt sei. Hier wurde ein komplexes Feld angeschnitten, das von der Errichtung über eine mögliche ästhetische "Kanonisierung" bis hin zur politischen Funktionalisierung oder aber der Löschung eines Bauwerks reicht.


Pluralität der Wahrnehmung


Weniger mit dem Zeichen als mit dem Wahrnehmenden setzte sich Inge Zelinka (Soziologie) auseinander. Sie versuchte das Spannungsfeld auszuleuchten, das durch die Pluralität der Sinnenwelt einerseits und die Konformität des wahrnehmenden Individuums andererseits erzeugt werde. Dabei bezog sich Zelinka auf – teilweise zeitlich weit auseinanderliegende – kulturkritische Äußerungen unterschiedlicher Autoren. Zunächst referierte Zelinka über Paul Valérys Zur Zeitgeschichte und Politik aus dem Jahre 1937, worin er sein Bemühen beschreibt, den Umgang mit Neuerungen einem Kind gleich beibehalten zu können. Alles Empfinden und Erleben habe für ihn ästhetische Qualität, und so nehme der moderne Mensch auch sich selbst vorwiegend als Empfänger unterschiedlichster Sinneseindrücke bar fixer Regelsysteme und Normen wahr. Als charakteristisch für die Epoche nimmt Valéry eine Koexistenz der unähnlichsten Ideen und der widersprüchlichsten Prinzipien an, die gleichsam formierenden Charakter besitzen. Kontrastierend dazu bestünden weiterhin traditionelle Institutionen wie im sozialen Bereich z. B. Ehe oder Familie, die noch eine gewisse Beständigkeit garantierten. Als synchrone Phänomene der Moderne seien in diesem Kontext einerseits Konformität bis hin zur Uniformierung und andererseits Individualisierung anzusetzen. Als einen Vertreter reaktionärer Kulturkritik zitierte Zelinka Daniel Bell. Er interpretiert die Moderne als Angriff auf die bürgerlichen Werte, der mit zwei wesentlichen sozialen Transformationen im 19. Jahrhundert seinen Ausgang genommen hätte: Die Veränderung bzw. Erschütterung gewohnter Sinneswahrnehmungen sei seiner Ansicht nach begleitet gewesen von der zunehmenden Beschäftigung mit dem Selbst. Neben David Riesmans Text The Lonely Crowd (1954) (Die einsame Masse, 1956), in dem die Polarisierung eines innen- und eines außengeleiteten Charakters als moderne-typische Ausprägungen individuellen Seins angenommen werden, rekurrierte Zelinka auf Karl Mannheims Schrift Mensch und Gesellschaft im Zeitalter des Umbaus (1935) mit dem Hinweis auf vermeintliche Auswirkungen veränderter Wahrnehmung auf kulturelle Phänomene, Kunst und Kunstkritik. Mit einem kurzen Ausblick auf kritische Positionen im Rahmen der Postmoderne-Diskussion (Christopher Lasch, Friedrich Tenbruck) wurde der erste Schwerpunkt des Workshops über Theorien der Wahrnehmung abgeschlossen.


Moderne Lebenswelt und Ästhetisierung


Postmoderner Theorie zufolge existiert Lebenswelt als Inszenierung von Wirklichkeit und Selbst, geprägt von Prozessen der Ästhetisierung und Medialisierung der Alltags- und Wissenskultur. Davon ausgehend wurden in einigen Beiträgen historische Positionen über lebensweltliche Ästhetisierungsprozesse und ästhetische Theorien beleuchtet.
Katharina Scherke (Soziologie) präsentierte Einige Thesen zum Zusammenhang zwischen moderner Lebenswelt und Ästhetisierung am Beispiel von Georg Simmel und Arnold Hauser. Scherke bezog sich auf einen Ästhetikbe-griff im Sinne von aisthesis als umfassende Theorie der Wahrnehmung sowie einen im Laufe der wissenschaftlichen Praxis erweiterten Bedeutungsgehalt von Lebenswelt, der von Husserl zunächst in bewußter Abgrenzung von einem einseitig rational-quantifizierenden Weltbild der Naturwissenschaften entwickelt worden sei. Mit Ästhetisierung der Lebenswelt definierte Scherke die zunehmende Wichtigkeit künstlerischer Elemente in Form von z. B. Design, Mode, Medien für den Lebensalltag. Darüber hinaus ergebe sich durch die sich permanent verändernden technischen Rahmenbedingungen und deren Rückwirkung auf den Bereich der Kunst eine Erweiterung der Wahrnehmungsmöglichkeiten. Tatsächlich sei wohl von einer komplexen Wechselbeziehung zwischen Ästhetik und Lebenswelt auszugehen. Unter Bezugnahme auf Irmela Schneider und Wolfgang Welsch unterschied Scherke zwischen einer Oberflächenästhetisierung, die sich primär auf Alltagsphänomene und –gegen-stände und deren Inszenierung bzw. Stilisierung bezieht (z. B. in Form von Dekoration), und einer Tiefenästhetisierung, die auf neue Erlebnis- und Wahrnehmungsqualitäten abziele. Ausgehend von diesen aktuellen Positionen wandte sich Scherke am Beispiel von Simmel und Hauser schließlich Ansätzen zu, in denen Ästhetisierung und Lebenswelt verknüpft sind. Die von Simmel ausgemachten sozialpsychologischen Konsequenzen moderner großstädtischer Entwicklungen führten zu einem Spiel mit Identitäten und Wahrnehmungsreizen bzw. zu einem Bewußtsein der Konstruierbarkeit von Realität. Unter einem veränderten theoretischen Zusammenhang bezieht sich Hauser indirekt auf Simmel, wenn er – ähnlich wie dieser – auf die v. a. technischen Veränderungen des ausgehenden 19. Jahrhunderts verweist, die zu einer Dynamisierung des Lebensgefühls geführt hätten. Diese Dynamisierung erkennt Hauser auch in der Entstehung des Impressionismus, der ihm als extrem städtische Kunst erscheint.


Herrschaft und Ästhetik


Peter Karoshi (Österreichische Geschichte) richtete sein Interesse auf den Konnex von Herrschaft und Ästhetik und in der Folge auf die Ästhetisierung des Politischen. In einem kurzen historischen Überblick rief er unterschiedliche Ausprägungen repräsentativer Ästhetisierung in vormodernen, hierarchisch strukturierten Gesellschaften in Erinnerung. Mit der fortschreitenden Säkularisierung als Folge der Aufklärung seien dann jedoch die einheitsstiftende Wirkung überlieferter religiöser Rituale und damit wesentliche inszenatorische Elemente absolutistischer Herrschaftsmonopole verloren gegangen, die durch eine erneuerte säkulare Mythologie substituiert werden mußten. In diesem Sinne konnten Ästhetik und Kunst in neue Funktionszusammenhänge gestellt werden. Mit Friedrich Nietzsche und Stefan George (v. a. Das neue Reich) zitierte Karoshi zwei unterschiedliche Gewährsmänner, die die spätere nationalsozialistische Ide-ologie für ihre Zwecke instrumentalisierte. Abschließend belegte er anhand einiger konkreter Beispiele v. a. aus der Zeit des Nationalsozialismus und Faschismus (z. B. "Opfermarsch"), wie durch die Übernahme ästhetischer Formalisierungen politische Handlungen inszeniert und ritualisiert wurden und solchermaßen zur Legitimation der Machthaber dienten.
Wirkt in diesem Zusammenhang Ästhetik nur noch reduktionistisch als nach außen gewandte, politische Legitimierungsstrategie, so bot Götz Pochat (Kunstgeschichte) mit seinen Überlegungen zur Ästhetik des ausgehenden 19. Jahrhunderts einen Überblick über die Geschichte der Ästhetik vom 18. Jahrhundert bis ins beginnende 20. Jahrhundert. Die Frage, wie Kunst-Wahrnehmung sich von anderen Formen der Wahrnehmung unterscheidet, bildet laut Pochat den Kern der ästhetischen Reflexion von Aquin bis Kant und Hegel. Auf Hegel aufbauend, habe F. Th. Vischer in seiner Ästhetik oder Wissenschaft des Schönen (1847-1858) eine Letztbegründung der Ästhetik in Aussicht gestellt, indem er die Einheit der Differenz des Subjektiven und Objektiven in der Kunst vollzogen sah. 1866 gestand Vischer in der Kritik seiner Ästhetik das Scheitern seines Anspruchs ein und stellte die Subjektreferenz allen ästhetischen Wahrnehmens und Handelns heraus. Damit ordnete er sich jener psychologischen Ästhetik zu, die die ästhetische Reflexion in der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts dominierte (Herbart, Fechner, Zimmermann). Die Anwendung der psychologischen Ästhetik auf die Kunstgeschichte vollzog sich nach Pochat im zu Ende gehenden 19. bzw. im beginnenden 20. Jahrhundert mit Lipps, Riegl und Wölfflin.


Ästhetisches Erlebnis – Ästhetisches Objekt


Mit Pochats Referat wurde zum dritten Themenschwerpunkt übergeleitet, der durch Fragestellungen über Ästhetik als Theorie des Schönen und der Kunst dominiert war. Maria Reicher (Philosophie) erörterte in ihrem Beitrag Ästhetisches Erlebnis – ästhetisches Objekt: Psychologie und Metaphysik in der philosophischen Ästhetik der Jahrhundertwende ausgehend von Roman Ingardens Arbeiten zur Ontologie der Kunst aus den 30-er Jahren die Theorie der "rein intentionalen Gegenstände" und versuchte zu zeigen, daß diese metaphysisch argumentierende Sicht im Gegensatz zu einer psychologischen bereits in der Ästhetik der Jahrhundertwende angelegt sei. Am Beispiel der österreichischen Philosophen Christian von Ehrenfels und Stephan Witasek zeigte Reicher, daß beide von einer Analyse des ästhetischen Erlebnisses ausgegangen sind, gleichzeitig aber erkannten, daß sich die philosophische Ästhetik nicht in einer psychologischen Analyse erschöpfen könne. In bezug auf das Wesen ästhetischer Qualitäten stellte Reicher die objektivistische, die subjektivistische und die reduktionistische Auffassung vor, die sie dann in ihrer Entsprechung für die Bedeutung und Gültigkeit ästhetischer Werturteile weiter ausführte. Vom ästhetischen Erleben wandte sich Reicher dann den Vorstellungen von Ehrenfels und Witasek über das ästhetische Objekt zu, wobei Witasek schon 1904 zwischen "immanenten" und "transzendenten" Gegenständen unterscheidet. Nicht nur das physikalische Objekt, sondern die determinierende Vorstellung davon bestimmten demnach das ästhetische Erleben. Über den ontologischen Status und die innere Struktur sei jedoch bei keinem der beiden Philosophen Weiterführendes zu erfahren. Als Verdienst wertete Reicher dennoch deren Beitrag zur Überwindung einer einseitig psychologisch ausgerichteten Betrachtungsweise der Ästhetik.
Wie bereits von Peter Karoshi dargelegt, kann als eine Form der stetigen Ausdifferenzierung die zunehmende Ästhetisierung des Politischen interpretiert werden, die profane Inhalte ritualisiert bzw. sakralisiert. Nicht zuletzt anhand dieses Themenkomplexes wurden auch für jenen, der sich mit kunsttheoretischen Aspekten befaßte, Fragen nach der Kontinuität bzw. Diskontinuität von Moderne und Postmoderne aufgeworfen.
Daß sich darauf bestenfalls Teilantworten finden lassen, bzw. daß unterschiedliche Diskurse diesbezüglich unterschiedliche Beurteilungskriterien erfordern, machte v. a. Federico Celestinis (Musikwissenschaft) Beitrag über Kunst im Spannungsfeld zwischen Autonomie und Souveränität deutlich. Bezug nehmend auf Adornos ästhetische Theorie (und Christoph Menkes Buch über Die Souveränität der Kunst. Ästhetische Erfahrung nach Adorno und Derrida) wurde vorgeschlagen, den Fokus der Betrachtung vom ästhetischen Objekt auf die ästhetische Erfahrung zu verlagern; die Kunst werde dann insofern autonom, als sie unter den ausdifferenzierten Erfahrungsweisen und Diskursen der Moderne ein eigengesetzliches Geschehen darstelle. Die Möglichkeit der Souveränität liege hingegen nach Adornos Feststellung im rätselhaften Charakter der Kunst. Als eine thesenhafte Folgerung dieser Ausführungen ergab sich, daß im souveränen Diskurs der Kunst durchaus eine Kontinuität zwischen Moderne und Postmoderne auszumachen sein könnte, im politischen jedoch – wie es Lyotard postulierte - ein Bruch. Deshalb ziele sein Interesse – wie Celestini abschließend formulierte - nicht darauf ab, sämtliche Diskurse der Moderne bis hin zur Postmoderne nachzuvollziehen, sondern er wolle die Hypothese aufstellen, daß das Ende der Moderne in jedem einzelnen Diskurs anders definiert werden müssen.

Von Petra Ernst

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