Musik und Medienkunst sind aufeinander bezogen

1. Dynamisierung des Bildes findet in der flüchtigen Zeitgestalt Musik ihr Modell. Die Organisation der Musik wurde übertragen auf non-kausale, non-narrative Zeitgestaltung nach hedonischen Prinzipien der Spannung und Lösung.

2. Interfaces finden in der musical performance als Instrumentierung des expressiven Verhaltens ihr Modell. Kommunikative Aspekte binden diese Interfaces als soziale Situationen in kollektives Gestalten der Net-Communities ein. Musik ist modellhaft dafür, sie wird als Objektivation des Wir erachtet.

3. Codierung in der musikalischen Notation, vom unmittelbaren, direkt körperlichem, Ausdruck über dessen Abbildung, dessen Vergegenwärtigung im präsentativen Zeichen auf dessen Verweis im repräsentativen Zeichen und die Abkoppelung vom Bezeichneten im willkürlichen Code der Reihentechnik, der von jeglicher Bindung zur Materialität gelöst ist, hat Musik den Prozess der (technischen) Mediatisierung vorweggenommen. Reihentechnik ist das Paradigma der immateriellen Digital Arts, in der Absoluten Musik und den digitalen Künsten geraten beide in die Bereiche der Immaterialität.

Die Spezifität der Attribution grell konnotiert Zugänge, die als „andere Avantgarde“ mit denen der Alltagskünste zusammen gehen: Enteignung von Zeichen und Systemen und dem Missbrauch als Handlung gegen die „Gebrauchsanweisung“ soziales Hacking, stehen dabei vor allem die bewusste Setzung von Irritationen durch Mehrdeutigkeit bei. Pluralität durch hedonisches Verhalten berühren Konzepte der Postmoderne. Das semiotische Verständnis von Vermittlung einer aufklärerischen Position geht zunehmend über in hedonische Lebens- und Gestaltungsformen mit funktionalen Stimulationen: darin wird auch die „Kraft“ politischer Veränderungen gesehen. Das lustvolle Spiel wird dabei als immersives psychologisches Interface zum dekonstruierenden Spiel mit sozialen / politischen / ästhetischen Situationen erachtet: Sound ist dabei gerade im Bereich der High-Intensity Arts der Common Digits die zentrale physikalische wie emotional umhüllende, involvierende, dominante Qualität. In diesen Künsten sind die sensorisch definierten Kunstsparten zugunsten einer Immateriellen Kunst der Codes überschrittten. Sie stehen abseits jeglicher Außenbeziehungen, deren Organisation dann eben nicht mehr nach mechanistischen Gesetzen – der Erfahrung der Körper-Umwelt-Interaktion entsprungen – erfolgt, sondern nach ihrem hedonischen Wert organisiert wird. Eine transmediale Kunst des Common Digits begreift sich als erregungsinduzierende multisensorische Stimulation in sozialen Situationen, als individuelle Befreiung von Einschränkungen der menschlichen Natur, als deren kulturelle Leistung und somit der Befreiung von deren politisch motivierten Disziplinierungen.