Ein (All)Tag digital Culture

net-conference : net-performance

DOM im Berg, Graz (A)

01. 07. 2008

Der musikalisierte Alltag der digital Culture


Musik als modellbildendes Medium für eine Theorie der Medienkunst

keywords: Musik als Prozess der Mediatisierung - Musik als Formalisierung der Logik des Auditiven - Musik als Modell der Medienkunst - Medienkunst als Theorie der Lebensbewältigung in einer digitalen Umwelt - Musical Imageries und Digital Culture sind hypothesengenerierende Statement dazu

Allgemein wird die digitale Kultur als eine visuelle Kultur erachtet. Was McLuhan ahnte, was Flusser, Charles, Rötzer argumentierten, dafür gibt es heute empirische Hinweise. Die digitale Kultur funktioniert in hohem Maße nach der Logik des Hörens. Medienkunst, als die Exploration von (Über-) lebensstrategien unserer Körper in einer beschleunigten und virtualisierten Welt, folgt im geforderten Paradigmenwechsel zunehmend einer Theorienbildung aus der Logik des Hörens.

Die Veränderungen unserer Wirklichkeits-Imageries entziehen sich unserer Körperlichkeit. Technisch bedingte Dynamisierung schafft Erhöhung des Informationsflusses über das vom Menschen Fassbare hinaus, die Gestaltung von Umwelt aus Codes schafft Virtualität. Diese medialen Welten und die Interaktion unserer Körper mit diesen non-mechanistischen Welten und die Präsentation virtueller Welten gemischt mit realen als mixed realities werden von „grelle musik“ und der Arbeitsgruppe musik + medien/kunst seit mittlerweile zwei Dekaden wissenschaftlich und künstlerisch forschend untersucht.

Anlässlich der Vorab-Präsentation des Buches "Der musikalisierte Alltag der digital Culture" (Werner Jauk, [extern]  epOs Verlag, Uni Osnabrück, 2008) wird in einer net-conference : net-performance ein empirisch basiertes, kollektives Stimmungsbild zur Betrachtung der digital Culture als eine musikalisierte Kultur gezeichnet. Musik dient dabei als Modell für eine Theorie der Medienkünste – alternativ zu einer Theorie der Medienkünste aus der Bildenden Kunst; das Betriebssystem Musik wird dem Betriebssystem der digital Culture beigestellt, beide stellen notwendigerweise hedonische Kulturen dar.

Das Stimmungsbild, die interne Struktur aller Statements von ExpertInnen aus Wissenschaft und Kunst, bildet das emotionale und theoretische Umfeld für Diskussionen und Performances zum Thema – vor Ort und im www. Die Veranstaltung will damit das plurale Gefüge der unterschiedlichen Lebensformen der digitalen Kultur als flüchtiges Geschehen in musizierender Inszenierung exemplarisch leben und aus interner Sicht reflektieren.