Kunst und Wissenschaft

Wissenschaft wie Kunst sind Medien der Erkenntnis. Wahrnehmung ist der zentrale Begriff beider und ihre "bridge of the gap". Wahrnehmung als Medium der Rekonstruktion der Wirklichkeit in der Wissenschaft. Wahrnehmung als Medium der Konstruktion der Wirklichkeit in der Kunst, vor allem der Medienkünste. Sie thematisieren die Bezüge zwischen neuen Formen von Realitäten, geschaffen nicht nur mit den neuen technologischen Medien, und die - sogar als Denkprinzip - an die Körperlichkeit und damit an das mechanistische Prinzip, gebundene Interaktions-Form des Menschen mit diesen non-mechanistischen, virtuellen Welten.

Klang im Grenzbereich zwischen den Medien Wissenschaft und Kunst betrachtet Kunst wie Wissenschaft als Medien, als Vermittler, als Vermittelnde, als Interfaces zwischen Realität und ihrer Wahrnehmung.

Sieht die Wissenschaft zwar als Ziel ihrer auf Erkenntnis gerichteten Bemühungen die Etablierung eines Systems vor Augen, das das System der Wirklichkeit deckungsgleich abbildet, so muß sie sich dennoch mit vom Blickpunkt abhängigen Modellen, mit Snap-shots der Realität, mit möglichen Vermittlungen der Wirklichkeit bescheiden.

Kunst hingegen hat jenseits des Strebens nach dem objektiven Abbild die Freiheit gewählt, der jeweiligen, nicht unmittelbar bewußten, Erfahrung zugrundeliegende Bilder von der Wirklichkeit zu skizzieren. Beide Bemühungen lassen sich als Bemühungen zum Schaffen von Erkenntnis summieren, die letztendlich der Wirklichkeitsbewältigung dient. Der Unterschied steht allerdings - der unterschiedlichen Sicht zufolge - in der unterschiedlichen Methodik.

Dieser Grundhaltung folgt grelle musik in allen Projekten. Dabei steht die Anlehnung an die Adaption der Methodik der Naturwissenschaft im Zentrum, deren Denkweise mehr und mehr zur Grundhaltung der Kunst im 20. Jhdt. wurde.

Möglicherweise wird dadurch erfahrbar und somit transparent, daß Kunst wie Wissenschaft Ideologien, einstellungsmäßig verzerrte Sichtweisen der Realität sind, deren Brauchbarkeit zur Bewältigung des Seins den Menschen mehr oder weniger geeignet scheinen.